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Praxis Dr. Tank
Newsletter #3 / 2013

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Liebe Leser,

Oder Mai ist vorbei und damit hat der meteorologische Sommer angefangen. Es wird wärmer und wir sind mehr draußen. Das hat viele Vorteile, wie z.B. einen durch das Tageslicht besser getakteten Tag-Nacht-Rhythmus, ausreichende Vitamin D-Bildung, eine lichtbedingte Stimmungsaufhellung. Die Nachteile, wie vermehrter Pollenflug, Insektenstiche und Sonnenbrandgefahr treffen nicht jeden gleich. In der Grillsaison häufen sich gerne die Magen-Darm-Infekte durch falsch gelagerte und nicht durchgegarte Speisen. Dazu habe ich bereits in meinem Newsletter 3/09 etwas gesagt. Auch eine Empfehlung für eine Reiseapotheke finden Sie dort.

Unabhängig von all den Risiken, die das sommerliche Leben bietet, will ich noch einmal auf meinen letzten Newsletter zurückkommen. Ich hatte berichtet, dass in Raja Ampat, Indonesien die Welt ökologisch weitgehend in Ordnung ist. Dazu ist nun in der Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft" ein wissenschaftlicher Artikel erschienen, der beschreibt, wie man versucht unter Einbindung der einheimischen Bevölkerung Schutzgebiete zu erstellen.

In diesem Newsletter nehme ich das Thema Zeckenbisse zum Anlass, darüber aufzuklären, dass Insektenstiche jeglicher Art gefährlich sein können. In der Sendung "Mein Nachmittag" im NDR hatte ich über das Thema gesprochen und viel Resonanz erhalten. Dieser Teil des Newsletters ist lang und vielleicht etwas langatmig, aber ich wollte doch einmal dass Thema umfassender darstellen, damit sich jeder das herausnehmen kann, was für ihn wichtig ist.

Dann hat mich die Nachricht erschüttert, dass Angelina Jolie sich aus Angst vor Krebs ihre Brüste hat abnehmen lassen. Vor allem der distanzlose Umgang mit dem Thema in der Boulevard-Presse hat mich geärgert. Ich habe einmal versucht zu erklären, warum dieser Weg nicht der Weg zu weniger Brustkrebs sein muss.

Und schließlich muss ich in eigener Sache darauf hinweisen, dass die Praxis derzeit aus allen Nähten platzt. Ich muss Sie also bitten, sich für die "gewöhnlichen" Erkrankungen einen Hausarzt zu suchen, da wir keine Hausarztpraxis sind und keine Notfallsprechstunden anbieten können. Und noch etwas ist neu: wer seinen Termin vereinbart und nicht absagt und dann nicht erscheint, wird aus unserer Kartei gelöscht. Angesichts der großen Nachfrage an Terminen können und wollen wir es uns nicht leisten, untätig herumzusitzen, weil jemand einfach nicht kommt.

Ihr M.Tank
 
Inhalte â“

In diesem Newsletter

Zecken- und Insektenbisse und ihre möglichen Folgen
Brüste ab aus Angst
Organisatorisches - in eigener Sache
Aktuelle Mitteilung â“

Terminstau und Wartezeiten

Wir haben derzeit 6 Wochen Wartezeit auf einen Termin. Bei akuten Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt. Alternativ finden Sie hier eine Liste von Ärzten, die mich vertreten.

Gesundheit

Zecken- und Insektenbisse und ihre möglichen Folgen

imageVielleicht hat der eine oder andere von Ihnen die Sendung im NDR zum Thema Zecken und übertragene Krankheiten gesehen. Falls nicht, ist sie hier zu finden. Leider war, wie eigentlich immer, die Sendezeit zu kurz, um alles zu sagen, was wichtig wäre. Ich habe mich deswegen entschlossen, das Thema noch einmal aufzugreifen.


Zecken und andere Insekten können Krankheiten übertragen, das ist nicht neu, spielt aber in unserem Bewusstsein eine eher kleine Rolle. In tropischen Ländern sind mit Dengue-Fieber und Malaria, aber auch Fleckfieber, Gelbfieber etc. durch Insekten übertragene Erkrankungen viel verbreiteter und damit auch im Bewusstsein präsenter. Bei uns regt sich niemand über einen Mückenstich, Bremsenstich oder Flohstich auf, bei Zecken aber, wohl auch weil sich dieses Tier festbeißt und deswegen gesehen wird, entsteht leicht Panik. Dazu hat nicht zuletzt auch die Berichterstattung beigetragen, die eher reißerisch und übertrieben als sachlich und deeskalierend berichtet.

Wer oder was ist nun eine Zecke?

Zecken kommen weltweit dort vor, wo ihre Wirte leben. Die Zeckenpopulationen nehmen mit der Höhe über dem Meeresspiegel ab. Anders als früher behauptet, sind auch oberhalb 1000 m Zecken nachzuweisen, einzelne Untersuchungen weisen Zecken auch in 1500m Höhe nach. Die bei uns verbreitetste Art ist Ixodes rizinus, der gemeine Holzbock. Er lebt in 3 Stadien: Larve (6 Beine), Nymphe (8 Beine), adultes Tier (8 Beine, deswegen gehört er zu den "Spinnenartigen"). Zwischen den einzelnen Stadien liegen Häutungen und Entwicklungsschritte, die abhängig von genau einer Blutmahlzeit sind. Eine Blutmahlzeit dauert 3-5 Tage. Ohne Blutmahlzeit gibt es keine weitere Entwicklung, mit einer solchen Mahlzeit kann die Zecke etwa 12 Monate leben, und sie kann überwintern, wozu sie am liebsten Laub hat, das am Boden liegt oder eine Naturwiese, wo sie sich in Bodennähe zwischen den Grashalmen verstecken kann. Dort ist es feucht und einigermaßen geschützt. Bei Temperaturen oberhalb 5 Grad gehen die Zecken auf Wirtssuche und klettern auf Grashalme und Büsche sowie bodennahe Zweige. Zecken können Ausdünstungen, Wärme und Bewegungen eines potentiellen Wirtes mit einem besonderen Organ (Haller-Organ) am vordersten Beinpaar spüren und lassen sich von den kleinen Pflanzen, Grashalmen, kleinen Büschen und Bäumen und den unteren Ästen größerer Bäume abstreifen.

Die jüngeren Entwicklungsstadien suchen nach kleineren Tieren und sind tendenziell bodennäher zu finden, als die adulten Tiere, die bis etwa 1,20 m Höhe sitzen. Nymphen, die das häufigste aller Zeckenstadien sind, die am Menschen gefunden werden, bevorzugen Höhen bis etwa 40 cm über dem Erdboden. Eine Wirtssuche kann Monate dauern und besteht im Wesentlichen aus Warten. Übliche Wirte sind Nagetiere im Wald (Mäuse, Ratten, Kaninchen und Vögel), in späteren Stadien auch größere Tiere (Fuchs, Reh, Wildschwein), Haustiere, wie Hund, Katze, Schaf und Ziege und der Mensch. Am Wirt suchen sie sich eine Stelle an der die Haut relativ dünn ist, und dort stechen sie, nachdem sie die obersten Hautschichten durchtrennt haben ihren Stechapparat ein. Sie sondern gleichzeitig ein Betäubungsmittel ab, dass wie eine örtliche Betäubung wirkt und dafür sorgt, dass der Wirt den Stich nicht bemerkt und die Zecke abkratzt. Außerdem ist ein Antigerinnungsmittel enthalten, dass die Zellflüssigkeit nicht verklumpen lässt und für die Zecke trinkbar hält. Die Zecke beißt/schneidet erst die Haut auf und sticht dann den Rüssel in die Haut - deswegen sind beide Bezeichnungen ZeckenBISS und ZeckenSTICH eigentlich zutreffend. Wenn sie die richtige Stelle gefunden hat und der Stich erfolgreich war, klebt sie sich mit ihren Mundwerkzeugen an die Hautoberfläche des Wirtes. Dieser Vorgang dauert bis etwa 30 Minuten nach Stichbeginn. Die Zecke sucht keine Blutgefäße auf, sondern schneidet und sticht in das Gewebe, um an Zellflüssigkeit zu gelangen. Dabei werden kleinere Kapillaren verletzt, so dass auch Blutkörperchen austreten und von der Zecke aufgenommen werden, aber eigentlich geht es nicht um Blut, wie z.B. bei einer Mücke, die gezielt in Blutgefäße sticht. Dennoch hat sich der Begriff Blutmahlzeit durchgesetzt.

Nach der Blutmahlzeit lässt sich die vollgesogene Zecke/Nymphe/Larve einfach fallen, versteckt sich im Laub am Waldboden oder im Gras und macht dort geschützt den nächsten Entwicklungsschritt durch. Üblicherweise schaffen die Zecken pro Jahr einen Entwicklungsschritt und benötigen vom Ei zum adulten Tier 3 Jahre. Wenn sie zwei Mahlzeiten in einem Jahr schaffen, also zwei unterschiedliche Wirte haben, können sie auch zwei Entwicklungsschritte pro Jahr machen und bereits im zweiten Jahr ein adultes Tier sein. Die Entwicklung in die nächste Entwicklungsstufe (Häutung) nach einer Mahlzeit erfolgt am Boden geschützt und dauert mehrere Tage. Die weibliche Zecke braucht eine Mahlzeit, um die Eier zu produzieren. Sie legt bis zu 3000 Eier, aus denen dann durchsichtige Larven schlüpfen.

Zeckenentfernung und Stichbehandlung

Weil Zecken Krankheiten übertragen können, sollten sie entfernt werden. Es gilt die Zecke möglichst bald zu entdecken und zu entfernen, weil sie sich nach etwa 30 Minuten fest mit der Haut verklebt hat. Sie sollte so weit wie möglich vorne, also nah an der Hautoberfläche, gegriffen und unter leichtem Zug langsam entfernt werden. Das tut man am besten mit einer Pinzette oder Zeckenkarte. Es gibt auch andere Entfernungsmöglichkeiten, wie z.B. das Zeckenlasso, eine Schlinge aus einem dünnen Faden oder Draht, die man um den Mundapparat der Zecke zuzieht. Drehen bringt keinen Vorteil, weil der Stechapparat zwar Widerhaken, aber kein Gewinde hat :. Wenn man die Zecke langsam rauszieht, bleiben meistens Teile der Mundwerkzeuge in und an der Haut, auch weil sich die Zecke dort mit einem besonderen Klebstoff anheftet. Diese Reste der Mundwerkzeuge sind ungefährlich und fallen meist nach ein paar Tagen ab. Nach Zeckenentfernung sollte die Stelle desinfiziert werden und ggf. mit einer Jodsalbe abgedeckt werden. Die Stelle sollte bis zu 6 Wochen beobachtet werden. Ein kleiner Nadelstich-artiger roter Punkt ist normal und kann einige Tage bestehen bleiben. Alles, was darüber hinaus geht, sei es eine Schwellung, eine knötchenartige Verhärtung, ein roter wandernder Hof und/oder Schmerzen, gehört in die Kontrolle eines Arztes.

Neu sind Versuche, die Stichstelle mit einer Antibiotikasalbe (Azithromycin) zu behandeln. Bisher ist diese Methode noch in der Entwicklung, hat aber in Versuchen gezeigt, dass eine Borrelieninfektion durch die örtliche Gabe dieses Antibiotikums möglicherweise verhindert werden kann.

Ein kleines batteriebetriebenes Gerät, das als Stichheiler oder Bite away® vertrieben wird, kann möglicherweise Infektionen verhindern. Durch lokal verabreichte Hitze (51 Grad Celsius) kann man scheinbar bei Insektenstichen nicht nur den Juckreiz nachhaltig stillen, sondern auch Insektengifte neutralisieren. Bei Bienen- und Wespenstichen hat sich das Gerät schon bewährt, zu Zeckenbissen/-stichen gibt es bisher keine Untersuchungen. Der Bezug ist über das Internet oder Apotheken möglich. Das Gerät kostet ca. 30 €.

Die ZECKE untersuchen?

Man kann die entfernte Zecke in ein Labor schicken und auf Borrelien/FSME untersuchen lassen (muss selbst bezahlt werden, derzeit etwa 25 € für Borrelien, 45 € für FSME). Neuere Untersuchungen legen nahe, dass ein negativer Befund nicht aussagt, dass die Zecke frei von Krankheitserregern war. Ein positiver Befund belegt die Infektion der Zecke. Da FSME bereits beim Stechvorgang in den Menschen gelangt, darf man davon ausgehen, dass nahezu jede befallene Zecke auch die Erreger überträgt. Wie viele der Betroffenen krank werden ist unklar, da mehr als zwei Drittel aller Infizierten keine Symptome zeigen. Da eine Impfung nach dem Stich nicht mehr möglich ist und die früher praktizierte Gabe von Immunglobulinen zu mehr Spätschäden geführt hat, ist die Untersuchung der Zecke auf FSME ohne therapeutische Konsequenz. Sie macht also, klar gesprochen, keinen Sinn und ist weggeworfenes Geld.

Borrelien werden, da sie im Verdauungstrakt der Zecke leben, erst zeitverzögert übertragen. Sie vermehren sich während der Blutmahlzeit im Darm der Zecke exponentiell und treten etwa nach 12- 24 Stunden in den Wirt über. Daher darf man erwarten, dass eine zeitnahe Zeckenentfernung die Übertragungsquote senkt. Da die Infektion behandelbar ist, besteht keine unmittelbare Gefahr. Fachgesellschaften raten derzeit nicht dazu, nach einem Zeckenbiss vorbeugend Antibiotika zu verabreichen. Aus diesem Grund halte ich auch die Untersuchung der Zecke auf Borrelien für Geldverschwendung.

Tipps

  • Zeitnah absuchen und Zecken entfernen
  • Nicht nach der ersten aufhören, es können mehrere sein
  • Zeckenkarte/Pinzette/Zeckenlasso
  • So hautnah wie möglich
  • Desinfizieren und mit Jodsalbe behandeln/Bite away®
  • Die Einstichstelle nachbeobachten bis zu 6 Wochen (Datum aufschreiben)
  • NICHT mit Öl/Pflasterspray/Feuerzeug etc. behandeln, nicht den Zeckenkörper quetschen. Die Zecken könnte gerade dadurch Erreger in den Menschen bringen.

Vorbeugung vor Zeckenbissen

  • Nicht gestochen werden!
  • Auf den Wegen bleiben und nicht mit Gebüsch/Bewuchs in Berührung kommen
  • Vorsicht in feuchtem hohem Gras, nicht barfuß laufen
  • Insekt-Repellentien verwenden (DEET) - Wirksamkeit je nach Konzentration einige Stunden, oft auch weniger. Kokosöl etc. wird im Internet beworben, wirkt nicht ausreichend gut, wenn überhaupt
  • Insektenabwehrstoffe auf die Kleidung geben (dort riecht die Zecke) und nur die freien Hautpartien direkt einreiben/einsprühen
  • Öffnungen in der Kleidung verschließen (Strümpfe über die Hose, Handschuhe über die Ärmel)
  • Nach einem Waldspaziergang durchs Unterholz zeitnah nach Zecken absuchen (ggf. Partner bitten, mit zu schauen, man kann sich nicht überall sehen)
  • Nicht nach einer gefundenen Zecke aufhören
  • Zeckenkarte/-Lasso/Pinzette dabei haben, wenn man losgeht.

Zecken sind Krankheitsüberträger - aber sind Zecken immer gefährlich?

Zecken können Krankheitserreger enthalten und übertragen. Die bekanntesten Erreger, die Zecken übertragen, sind FSME-Viren und Borrelien. FSME-Viren befinden sich in den Speicheldrüsen der Zecke. Deswegen werden sie schon beim Stich übertragen, während z.B. Borrelien im Magen-Darm-Trakt sind und erst nach einigen Stunden in den neuen Wirt gelangen.

Ziel einer Zeckenentfernung ist es, die Zecke möglichst schnell und möglichst weit vorne zu erwischen und abzulösen, um zu verhindern, das Krankheitserreger in den Wirt (Mensch/Haustier) gelangen. Da bei der Blutmahlzeit Gewebeflüssigkeit des jeweiligen Wirtes aufgenommen wird, sind die darin enthaltenen Krankheitserreger (Parasiten-z.B. Fadenwürmer, Viren/Bakterien) in der Zecke. Dort suchen Sie sich ihren Raum.

Es werden nicht nur FSME-Viren oder Borrelien übertragen, es können auch andere Mikroorganismen sein, die aus einem der Vorwirte stammen, z.B. Ratte, Fuchs, Kaninchen etc. Deswegen darf man davon ausgehen, dass die meisten Zeckenbisse irgendeinen Erreger übertragen. Dieser kann für den Menschen harmlos oder zumindest beherrschbar sein, oder es sind Erreger, deren Infektion primär stumm verläuft und die später zu chronischen Problemen führen können. Zu den durch einen Zeckenbiss übertragbaren Erregern gehören Rickettsien, Anaplasmen(=Ehrlichien), Babesien, Yersinien, Chlamydien, Mycoplasmen Leptospiren, Tularämie und Brucellen und sicher noch weitere, die als Mehrfach-Infektion oder alleine übertragen werden. Sie führen oft zu unspezifischen Beschwerden. Unklares Fieber, Nachtschweiß, Muskel- und Gelenkbeschwerden, Hautausschläge, die wie eine "Neurodermitis" aussehen können, Kopfschmerzen, Herzfunktionsstörungen mit Herzentzündungen, Nervenentzündungen und Verdauungsbeschwerden können durch verschiedene Erreger, die durch Insektenbisse/Stiche übertragen wurden, ausgelöst werden und sind oft nicht in der üblichen Blut-Untersuchung nachweisbar.

Borrelien als Bakterien wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt, aber die Identifikation als Krankheitserreger des Menschen erfolgte erst 1984. Es ist grundsätzlich nicht leicht, in den Zellen lebende Bakterien zu finden, eindeutig nachzuweisen und zu behandeln. Es muss nicht immer eine Borreliose sein, wenn es zu Gelenk- und Muskelproblemen, Hautveränderungen und Herzmuskelerkrankungen etc. kommt.

Borreliose-Diagnostik - zuverlässig ist anders

Die in der Schulmedizin übliche Diagnostik der Borreliose beruht auf dem Nachweis von Antikörpern gegen Borrelien. Leider sind diese nicht immer nachweisbar, auch wenn eine Infektion besteht. Antibiotikagaben in frühen Stadien, die z.T. auch wegen anderer Infekte erfolgen und die (unerkannte) Borreliose mitbehandeln, können dazu führen, dass eine Antikörperbildung unterbleibt.

Umfassendere präzisere Tests (Immunoblots) sind nur in besonderen Fällen eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse und auch diese Tests zeigen nur eine Trefferquote von ca. 70%. Der Nachweis von aktivierten Immunzellen (LTT) ist eine Leistung, die nur von den privaten Krankenkassen erstattet wird und ansonsten selbst bezahlt werden muss. Für ca. 100€ lässt sich die Aktivierung des Immunsystems nachweisen, die nahelegt, dass eine Borreliose aktiv ist und es sich nicht um eine alte, abgelaufene Infektion handelt. Neuere LTT-Verfahren erlauben eine Trefferquote von ca. 80%, allerdings können Borrelien in Ruhestadien in den Zellen liegen und sind dann mit keinem der Verfahren nachweisbar. Aus Körperflüssigkeiten, wie Blut und Hirnflüssigkeit, aber auch aus Gelenkpunktaten lässt sich manchmal die Erbsubstanz der Borrelien nachweisen. Dieser Nachweis gelingt ebenfalls oft nicht, obwohl Borrelien da sind.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein positiver Befund eines der Tests den Kontakt mit Borrelien wahrscheinlich macht, aber nicht beweist. Andere ähnliche Bakterien, wie der Erreger des Syphilis, des Rückfallfiebers und der Leptospirose, haben Antigene, die denen der Borrelioseerreger gleichen und können deswegen eine Borrelieninfektion vortäuschen. Man nennt diesen Effekt Kreuzreaktion. Diese Gruppe von Bakterien, auch Spirochäten genannt, ist beweglich und durch kleinste Verletzungen übertragbar und könnte z.B. bei Geschlechtsverkehr übertragen werden. Auch wenn dieser Übertragungsweg für Borreliose sicher selten ist, kann er nicht völlig ausgeschlossen werden. Ebenso darf man annehmen, dass Bluttransfusionen solche, mit üblichen Mitteln nicht nachzuweisende, Krankheitserreger übertragen können. Ein negativer Labor-Befund schließt eine Infektion nicht aus.

Deswegen gehört zur Diagnose einer Borreliose immer und vor allem die Untersuchung und Betrachtung des Patienten und des Verlaufs der Krankheit. Symptome geben den Hinweis auf Krankheiten, Laboruntersuchungen können helfen den Verdacht zu bestätigen. Es bleibt dabei: Ärzte sollten Menschen behandeln und nicht Laborwerte.

Dennoch ist es sinnvoll, alle möglichen Blutuntersuchungen anzuwenden und dieses auch wiederholt zu tun, um bei positivem Ausfall einen Hinweis zu haben, der die Verdachtsdiagnose "Borreliose" erhärtet. In der ganzheitlichen Medizin testen wir mit Nosoden (homöopathisierte Erregerzubereitungen). Dabei kommen Testverfahren zur Anwendung, die den Körper mit der Nosode in Resonanz bringen. Applied Kinesiology und IST-EAV sind Methoden, mit denen wir in meinem Arbeitskreis nicht nur Borrelien diagnostizieren können.

Es kann allerdings sein, dass es einzelne Borrelienunterarten gibt, die wir nicht erfassen, weil uns die entsprechende Nosode fehlt. Die bisherigen Erfahrungen aus mehr als 10 Jahren zeigen, dass sich mit der Methode aber Borreliose oder andere Infekte oft auch dann finden lassen, wenn alle schulmedizinischen Tests negativ sind oder waren. Die Behandlung, die z.T. auch mit Hilfe der Nosoden erfolgt, lindert die Beschwerden oder lässt sie sogar ganz verschwinden. Wenn eine Behandlung zu einem fühl- und sichtbaren Ergebnis, einer Verbesserung für den Patienten führt, darf man davon ausgehen, dass man als Therapeut das Richtige getan hat. Wenn man bei ähnlich gelagerten Fällen öfter die gleiche Diagnose stellt und mit der eingeleiteten Behandlung Resultate erzielt, dann darf man die Diagnose als höchstwahrscheinlich zutreffend und damit auch die Testmethode als nützlich annehmen. Ich schreibe dieses genau so, weil ich immer wieder von Kollegen und von Medien angefeindet werde und man die Methode der Applied Kinesiology für Nonsens hält.

Angesichts einer nicht eindeutigen Blutdiagnostik empfehle ich, wenn die Symptome an eine Borreliose denken lassen, zusätzlich zu allen möglichen schulmedizinisch akzeptierten Untersuchungsverfahren auch eines der genannten ganzheitlichen Verfahren einzusetzen, um den Hinweis zu bekommen, ob eine Borreliose vorliegen kann. Außerdem können mit diesen Verfahren Begleitinfekte ebenfalls identifiziert werden. Die Erfahrung zeigt, dass es fast nie eine alleinige Infektion mit Borrelien ist, die die Beschwerden auslöst, sondern nahezu immer eine Kombination verschiedener, meist chronischer Infekte. Auch mit diesen zusätzlichen ganzheitlichen Untersuchungsmethoden wird es noch Fälle geben, in denen eine Borreliose nicht erkannt wird. Aber dieser Anteil wird deutlich kleiner.

Die Krankheiten im Einzelnen

1. FSME

FSME-Viren aus der Familie der Flavi-Viren kommen in Rotwild/Rehwild vor, die aber selbst nicht erkranken, aber bei einem Zeckenbiss die Viren in die Zecke weitergeben können. Bei Hunden sind symptomatische FSME-Infekte beschrieben. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gilt als unmöglich. Weitere Reservoirwirte sind Mäuse, Vögel, Ziegen und Schafe. Eine Übertragung des Virus durch unpasteurisierte Rohmilchprodukte von Ziegen, Schafen und seltener auch Kühen ist möglich. In der Zecke befindet sich das Virus in den Speicheldrüsen. Selbst in Risikogebieten sind 0,1-5% der Zecken nur infiziert. Das bedeutet, im schlimmsten Fall ist jede 20. Zecke, im besten Fall jeder 1000ste Zecke befallen.

Hier klicken für Karte zur Verbreitung der FSME in Deutschland

Ein Kreis wird als FSME-Risikogebiet definiert, wenn die Anzahl der übermittelten FSME-Erkrankungen in mindestens einem der Zeiträume 2002 bis 2006, 2003 bis 2007, 2004 bis 2008, 2005 bis 2009, 2006 bis 2010 oder 2007 bis 2011 im Kreis ODER in der Kreisregion (bestehend aus dem betreffenden Kreis plus allen angrenzenden Kreisen) signifikant (p < 0,05) höher liegt als die bei einer Inzidenz von 1 Erkrankung/100.000 Einwohner erwartete Fallzahl (RKI). Das Problem ist, dass nur eindeutig diagnostizierte Fälle erfasst werden und dass im Urlaub Infizierte in ihren Heimatlandkreisen erfasst werden und dadurch eine falsche Darstellung der Häufigkeiten erfolgen kann, obwohl man sich bemüht, den tatsächlichen Ort der Infektion zu berücksichtigen. Es gibt eine erhebliche Zahl von asymptomatischen Infekten. Die Dunkelziffer ist groß, weil eben nur ein Zehntel bis ein Drittel Teil der Infizierten überhaupt Symptome zeigt.

Symptome der FSME

10-30% der Infizierten haben überhaupt nur Symptome, bei allen anderen ist die Infektion stumm und wird nicht bemerkt. Wenn Symptome auftreten kommt es 2 - 20 Tage nach der Infektion zu Grippe-ähnlichen Symptomen mit Fieber, Gliederschmerzen. Diese Beschwerden bilden sich nach wenigen Tagen wieder zurück und werden oft nicht als FSME-Infekt erkannt. Bei etwa 70 % der symptomatischen Patienten kommt es wenige Tage nach der ersten Entfieberung zu einem zweiten Fiebergipfel mit teils sehr hohem Fieber (um 40 Grad) und Kopfschmerzen, Erbrechen und Zeichen einer Gehirn- und Hirnhautentzündung (Nackensteife). Wenn die Erkrankung fortschreitet, kann es zu Bewusstseinsstörungen, Lähmungen und Koma kommen. Diese Symptome können mehrere Monate bestehen bleiben, bilden sich aber häufig vollständig zurück. Bei Kindern und Jugendlichen bleiben deutlich seltener Schäden zurück als bei Erwachsenen. Nur 2% aller Kinder unter 6 Jahren erleiden bleibende Schäden und zwar NUR(!), wenn sie mit Dexamethason (Kortison) oder einer passiven Immunisierung (Immunglobulin) behandelt wurden! (Ärzte machen den bleibenden Schaden, denn beide Medikamente sind NICHT frei erhältlich)

FSME-Diagnostik - Sicherheit durch Blutdiagnostik?

Die Diagnose einer FSME wird aus verschiedenen Parametern gestellt. Einerseits sucht man "frische" Antikörper (IgM), anderseits versucht man aus Blut und/oder Hirnflüssigkeit die Erbsubstanz des Erregers nachzuweisen und es muss mindestens eines der typischen Symptome (grippeartige Beschweren, Kopfschmerz mit Zeichen einer Hirnbeteiligung) vorhanden sein. Da auch Geimpfte erkranken können und diese bereits Antikörper haben, reicht auch ein deutlicher Anstieg "alter" Antikörper (IgG), um die Diagnose zu stellen. Wie bei allen Laboruntersuchungen gibt es Störfaktoren, die die Diagnostik fehlerhaft machen. Autoantikörper vom AMA-Typ machen die Untersuchung quasi unmöglich. Stattgehabte Gelbfieberimpfungen, eine bestehende Hepatitis C-Infektion, eine durchgemachte Denguefieber-Infektion können Antikörper hinterlassen haben, die die Untersuchung stören, weil die Erreger Denguevirus, Hepatitis C-Virus, Gelbfiebervirus aber auch das West-Nile-Virus und der Japanischen Encephalitis, wie das FSME-Virus zu den Flaviviren gehören und damit Kreuzreaktionen möglich sind. Bei einer Untersuchung von Testergebnissen beteiligter Labore in den Jahren 2007/2008 konnten nur 60% der Labore alle Seren richtig diagnostizieren. Die verschiedenen Tests haben eine Sensitivität von ca. 60-95% Prozent, liegen also in mindestens jedem 20ten Fall falsch.

Da nur zwischen 10 und 30% aller Infizierten überhaupt Symptome zeigt, wird der überwiegende Teil der FSME-Infekte nicht erkannt und folglich auch nicht gemeldet. Eine FSME wird bewiesen, wenn sich im Liquor (Hirnwasser) Antikörper finden lassen und wenn eine PCR (Nachweis der Erbsubstanz des Erregers) gelingt. Negative Blutbefunde schließen eine Infektion nicht aus, positive beweisen wegen der möglichen Kreuzreaktionen die Infektion ebenfalls nicht sicher.

Therapie der FSME

Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht, es wird symptomatisch behandelt. Das bedeutet, je nach Symptom werden Schmerzmittel oder Entzündungshemmer verordnet, Schonung empfohlen, Rehabilitationsmaßnahmen eingesetzt.

Vorbeugung durch Impfung?

Eine Impfung ist möglich und wird für einen bestimmten Personenkreis empfohlen. Die offizielle Impfempfehlung gilt für alle, die in den Hauptmonaten April bis November aus beruflichen Gründen (Forstwirte, Jäger, Landwirte) oder aus persönlichen Gründen (Jogger, Geocatcher, Pilzsammler) sich durch Unterholz abseits von Wegen bewegen.

Die FSME-Impfung ist die Impfung mit den meisten Nebenwirkungen, etwa 10% aller Meldungen von Impfkomplikationen in Deutschland gehen auf diese Impfung zurück. Insbesondere bei Kindern kommt es bei bis zu einem Viertel aller Geimpften zu Fieber. Weitere, aber seltenere Komplikationen sind Muskelschmerzen, Nervenentzündungen, Hirnentzündungen, Sehstörungen, Übelkeit.

Der Impfstoff besteht aus lebenden, nicht vermehrungsfähigen Viren, die auf Hühnereiern gezüchtet werden. Menschen mit Hühnereiweißallergie können auf den Impfstoff allergisch reagieren. Üblich sind 3 Impfungen, die zweite nach ca. 1 Monat, die dritte nach 9-12. Monaten . Eine Auffrischung wird nach 3/5 Jahren empfohlen, oft reicht der Impfschutz aber wesentlich länger, so dass ich empfehle, vor einer Auffrischungsimpfung eine Blutuntersuchung durchzuführen. Eine Impfung zu geben, obwohl ein guter Impftiter besteht, führt zu vermehrten Impfnebenwirkungen. Nach einem Zecken-Stich kann nicht mehr nachgeimpft werden. Um eine mögliche Diagnostik nicht zu überlagern, darf frühestens nach 4 Wochen geimpft werden, besser nach 6-8 Wochen, falls überhaupt nötig. Die früher verbreitete Gabe von Immunglobulinen gegen FSME wird heute nicht mehr empfohlen, weil sie zu bleibenden Schäden führen kann.

Ganzheitliche Therapie

In der ganzheitlichen Medizin sehen wir Impffolgen auch als Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern, motorische Unruhe, Konzentrationsstörungen, Distanzlosigkeit. Oft kann in der Anamnese ein Beginn der Auffälligkeiten zeitlich kurz nach einer Impfung oder einem sonst unauffälligen Zeckenstich eruiert werden. Die Therapie erfolgt mit der FSME-Nosode (homöopathischer Erregerzubereitung). Auch die akute FSME behandeln wir mit Nosoden. Angesichts fehlender Behandlungsmöglichkeiten des Schulmedizin ist die Nosode eine gute Möglichkeit, die Krankheit positiv zu beeinflussen.

2. Borreliose

Borrelien sind Bakterien, die eine charakteristische spiralige (korkenzieherartige) Körperform haben und beweglich sind. Sie kommen weltweit vor. Anders als die meisten Bakterien kommen Borrelien ohne Eisen aus und verwenden stattdessen Mangan als Cofaktor für wichtige Enzyme. Borrelien leben in den Körperzellen und sind dort vor dem Zugriff des Immunsystems weitgehend geschützt. Sie scheinen inaktive Dauerformen bilden zu können, denen dann auch Antibiotika nichts anhaben können, weil Antibiotika nur wirken, wenn ein Bakterium Stoffwechsel macht und sich vermehrt.

Die bekannteste in Deutschland/Europa vorkommende Borrelienart ist Borrelia burgdorferi. In den USA wurde im Städtchen Lyme der Zusammenhang der Borrelien mit einem Symptomenkomplex erkannt, der später zur Namensgebung Lyme-Borreliose führte. Der in den USA vorkommende Keim ist genetisch anders als die meisten bei uns vorkommenden Borrelienunterarten und wird B. burgdorferi sensu stricto genannt. In Europa weitere treten für den Menschen gefährliche Spezies auf. Dies sind insbesondere B. garinii, B. afzelii, B. valaisiana, B. lusitaniae und B. spielmanii.

Alle diese Borrelienunterarten wurden auch in Deutschland in Zecken gefunden. Aber auch Bremsenbisse und Mückenstiche können Borrelien übertragen. Die theoretische Möglichkeit, sich beim Geschlechtsverkehr oder bei Bluttransfusionen anzustecken, besteht, ist aber unbewiesen. Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass die einzelnen Unterarten unterschiedliche Symptomenkomplexe auslösen und möglicherweise andere Gewebe bevorzugen. Mehrfachinfekte mit verschiedenen Borrelienunterarten sind möglich und werden auch in Laboruntersuchungen immer wieder bestätigt. Die Unterarten scheinen auch unterschiedlich empfindlich auf Mechanismen des unspezifischen Immunsystems (Komplementsystem) zu sein. Das bedeutet, dass je nach individueller genetischer Disposition und individuellem Infektionsmuster mit verschiedenen Subtypen ganz unterschiedliche Krankheitsverläufe möglich sind und Medikamente unterschiedlich gut wirken können.

Hier klicken für Karte zur Verbreitung der Borreliose in Deutschland

Es werden nur diagnostizierte Fälle erfasst, alle unklaren Infekte, die sich teils Jahre später erst manifestieren, können oft nicht mehr einer bestimmten Situation und damit nicht mehr einem bestimmten Aufenthaltsort zugeordnet werden. Gerade weil die Diagnostik so schlecht ist, sind viele Patienten, die als Fibromyalgie-Patienten von Arzt zu Arzt laufen und eigentlich auch Borreliose-Patienten sind, nicht erfasst. Die Durchseuchung der Zecken scheint einem Nord-Süd-Gefälle zu unterliegen. Die Durchseuchungsrate liegt zwischen 5% und angeblich bis zu 35%, andere Quellen sprechen von 60% in Hochrisikogebieten. Wir Hamburger leben zumindest bisher nicht in einem Hochrisikogebiet.

Nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts liegt die Wahrscheinlichkeit, nach einer in Deutschland erlittenen Zeckenattacke an Borreliose zu erkranken, bei 1 zu 300. Diese Zahl darf als deutlich zu niedrig angesehen werden, ich persönlich glaube, dass sie eher bei 1: 25 bis 1:100 liegt. Das bedeutet, dass jede 25ste bis 100ste Zecke, die auch gestochen hat, Borrelien überträgt.

Diagnosestellung

Die Diagnose erfolgt in erster Linie durch die Bewertung der Symptome. Eine Wanderröte nach Zeckenbiß/Insektenstich tritt in ca. 50% aller Infektionen auf und beweist eine Infektion. Fieber in Zusammenhang mit Zeckenbiss sollte nachdenklich machen, es können aber auch andere Erreger übertragen worden sein. Die Blutuntersuchung wird, wenn überhaupt, erst nach 4 bis 6 bis 12 Wochen positiv. Und sie ist, je nach verwendetem Test, nicht selten falsch positiv, da auch andere Erreger (Syphilis, Leptospiren, EBV, Cytomegalie) eine positive Reaktion auslösen können.

Da bei Verdacht sofort behandelt werden soll, weil die Erfolgschancen am besten sind, je früher die Behandlung beginnt, kann eine Antikörperbildung unterbleiben. Im Klartext: Antibiotika zu geben kann richtig und wichtig sein, kann aber dafür sorgen, dass man eine Borreliose hinterher nicht nachweisen kann, weil die Antikörperbildung unterblieben ist. Dennoch kann die Infektion weiter bestehen. Damit kann die Diagnose nicht eindeutig gestellt werden und eine Verlaufsbeurteilung ist ebenfalls nicht möglich.

Eine Verlaufsbeobachtung und eine Überprüfung, ob eine Behandlung angeschlagen hat, lässt sich bei Borreliose mit Blutbefunden (Antikörpertests) grundsätzlich nicht sicher durchführen. Neuere Untersuchungsverfahren (LTT) sind besser, aber auch nicht immer positiv. Wenn sie positiv sind, kann ein Abfall der Messwerte nach Therapie eine Besserung anzeigen.

Symptome

Die Borreliose verläuft in Stadien, leider mit teils fließenden Übergängen

1. Frühstadium

Wanderröte (Erythema chronicum migrans) in etwa der Hälfte aller Fälle. Für 10 bis 14 Tage grippeartige Symptome mit Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Problemen, Erschöpfung, Müdigkeit und Gelenkbeschwerden. Solche Symptome können auch durch andere Erreger ausgelöst werden, z.B. durch Yersinien, die auch durch Insektenstiche übertragen werden können.

2. Stadium der Streuung

Nach 4 Wochen bis 4 Monaten, manchmal auch noch später hat sich der Erreger im Körper ausgebreitet. Die einzelnen Organe sind angegriffen und lösen Symptome aus. Wie oben bereits beschrieben, können unterschiedliche Borrelienunterarten unterschiedliche Symptome vordergründig auslösen, also mehr das Nervensystem, die Leber oder die Gelenke etc. befallen. Gelenk- und Muskelschmerzen und starke, besonders nächtliche Schweißausbrüche, Müdigkeit vor allem bei Leberbeteiligung, Lähmungen, auch des Gesichtsmuskels und Nervenschmerzen, Störungen des Tastsinns bei Befall des peripheren Nervensystems, Hirn- und Hirnhautentzündungen bei Befall des zentralen Nervensystems sind mögliche Manifestationen einer Ausbreitung der Borrelien im Körper. Typisch sind auch von Gelenk zu Gelenk springende Gelenkschmerzen. Weiterhin kann es zu Sehstörungen und Herzproblemen, wie Herzrasen und Herzmuskelentzündungen kommen. All dieses bildet sich, teilweise spontan, wieder zurück. Symptomfreie Intervalle über mehrere Jahre sind möglich.

3. Spätstadium

Die Borreliose verläuft individuell unterschiedlich. Der Verlauf kann nicht vorhergesagt werden. Teilweise treten jahrelang keine Symptome auf und der Patient fühlt sich weitgehend gesund. Es gibt aber auch Verläufe, bei denen die Borreliose innerhalb von Monaten in das Stadium 3 kommt.

Zum Spätstadium gehört typischer weise eine meist örtlich begrenzte Hauterscheinung, bei der das Unterhautfettgewebe verschwindet und die Haut vorgealtert aussieht. Dieses Bild nennt sich Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer (ACA). Bei der Neuroborreliose kann es zur Polyneuropathie (Schmerzen und Gefühlsstörungen in peripheren Nerven) kommen. Hirnentzündungen, Entzündungen des Rückenmarks, Verlust der Gehfähigkeit, kognitive Einschränkungen ähnlich einer Demenz können auftreten und sind kaum mehr zu behandeln.

Fibromyalgie, ein nur leidlich definiertes Krankheitsbild ohne klare Ursachen, ist aus meiner Sicht zumindest teilweise von Borrelien und/oder ihren Co-Infekten ausgelöst. Typisch für Borreliose sind Muskelschmerzen, die anders nicht erklärt werden können und auf Schmerztherapie nur mäßig reagieren, Gelenkschmerzen, meist springend, Herzmuskel oder Herzbeutel-Entzündungen mit ausgeprägter Leistungsminderung und Müdigkeit runden den Symptomenkomplex ab. Es besteht bei einer infizierten Frau in der Schwangerschaft die Gefahr von Totgeburten oder der Schädigung des ungeborenen Kindes.

Es gibt eine Reihe von Symptomen, die für die einzelnen Stadien typisch sind. Daneben kann sich die Borreliose aber zusätzlich durch eine Vielzahl von unspezifischen Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Nackenschmerzen, Sehbeschwerden, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sowie psychische Veränderungen manifestieren.

Weil die Symptome so unspezifisch sind, wird leicht alles, was ein solcher Patient hat, auf die Borreliose geschoben. Oft sind aber andere Infekte ursächlich, die parallel chronisch bestehen. Deswegen ist es sinnvoll, sich umfassend untersuchen zu lassen. Andererseits werden Patienten mit diesen Symptomen, bei denen sonst nicht nachgewiesen werden kann, nicht selten als psychosomatische Patienten eingestuft.

Behandlung

Die Therapie besteht in allen Stadien aus Antibiotika, manchmal mehrere gleichzeitig, auch intravenös. In Spätstadien sollten unbedingt intrazellulär wirksame Antibiotika gegeben werden. Doxycyclin und Azithomycin sind die Mittel der Wahl im ambulanten Bereich. Zusätzlich sollten symptomatische Behandlungen erfolgen. Individuelle Therapien sind nötig, eine pauschale Empfehlung kann nicht abgegeben werden. Weil incl. des Nervensystems alle Organe beteiligt sein können, sollte eine Borreliose interdisziplinär behandelt werden.

In der ganzheitlichen Medizin hat sich die zusätzliche Gabe von Nosoden bewährt, mit denen das Immunsystem gegen die Borrelien aktiviert wird. Diese Therapie ist nicht offiziell anerkannt. Um mit Nosoden behandeln zu können, muss das Immunsystem intakt sein und sollte nicht durch hohe Dosen von Kortison oder gar Methotrexat (Krebsmittel-Rheumamittel) geschwächt sein. Chronische Infekte, insbesondere Zahn- und Kieferknochenentzündungen sowie Mandelentzündungen machen oft keine Probleme, sind aber ein wichtiger Grund, warum das Immunsystem nicht richtig funktioniert und Nosoden nicht wirken. Als hilfreich zur Überwachung hat sich die Bestimmung des intrazellulären ATP bewährt, das bei chronischen Entzündungen anzeigt, dass den Zellen Energie fehlt. Der Wert steigt innerhalb von einigen Wochen bis mehreren Monaten an, wenn die Entzündung rückläufig ist bzw. der Entzündungsherd erfolgreich behandelt wurde. Parallel dazu sinkt das Schlafbedürfnis und die Leistungsfähigkeit nimmt zu.

Borreliosepatienten sind auch ganzheitlich schwer zu diagnostizieren, noch schwerer zu überwachen und zu therapieren. Wichtig bleibt, dass man die gesamte zusätzliche Last vom Körper nimmt. Das bezieht sich in erster Linie auf die Ernährung (Unverträgliches belastet das Immunsystem) und den Nährstoffstatus (Mangelsituationen ausgleichen, wenn der Verdauungstrakt saniert wurde). Begleitinfekte mit anderen Erregern, z.B. Epstein-Barr-Virus, Yersinien, Chlamydien, Brucellen, Ehrlichien,Babesien, Leptospiren etc. aber auch Parasiten, hier vor allem Wurminfekte, müssen erkannt und behandelt werden. Herdgeschehen sind zu identifizieren und vollständig zu beseitigen. Oft schlägt eine Behandlung erst danach an. Da Borrelien aktiv werden, wenn sie Mikronährstoffe bekommen, vor allem Mangan, kann die Gabe von Supplementen die Borrelien aktivieren und angreifbarer für Antibiotika machen. Allerdings wird es vorübergehend zu verstärkter Symptomatik kommen. Die Behandlung einer Borreliose kann lebenslang nötig sein. Da wir keine sicheren Marker haben, ob eine Infektion ausgeheilt ist oder weiter besteht, muss man sich an den Patienten halten. ER kann am besten beurteilen, ob sich wieder etwas tut. Nach der Erstdiagnose einer chronischen Borreliose dauert es nach unseren Erfahrungen mindestens 1-2 Jahre, bevor eine Stabilisierung des Patienten gelingt. Und auch das ist abhängig von Begleitfaktoren, die wir nicht beeinflussen können, wie psychischer Druck, z.B. durch Berufsunfähigkeit, finanzielle Engpässe oder Beziehungsstress.

Häufigkeiten zeckenübertragener Erkrankungen in Deutschland

Für die FSME gilt: Selbst in Risikogebieten sind nur 0,1-5% der Zecken infiziert. Das bedeutet im schlimmsten Fall ist jede 20. Zecke, im besten Fall jede 1000ste Zecke befallen. Das Leibnitz Institut für Länderkunde, das die jährlichen Zeckenkarten veröffentlicht, auf denen man sehen kann, wie die Verteilung der nachgewiesenen und erfassten Zeckeninfekte im Vorjahr war, spricht bei Borreliose von 5-35% Befall aller Zecken mit Borreliose-Erregern, wobei angeblich 1,5-6% aller Zeckenbisse zu Infekten und 0,3-1,4% zu einer manifesten Erkrankung führen sollen. Angesichts der schlechten Nachweismethoden, der stummen Krankheitsverläufe und des nicht umfassenden Meldesystems darf angenommen werden, dass durch Zeckenbisse wesentlich öfter Krankheiten übertragen werden, als in offiziellen Stellungnahmen angenommen. Solange aber unklar ist, was passiert ist und Symptome fehlen, wird eine gezielte Therapie nicht möglich sein. Daher bleibt als beste Empfehlung: nicht gestochen werden, Zecke(n) so früh wie möglich entfernen und die Stichstelle, wie oben beschrieben, nachversorgen.

Vergleich Borreliose und FSME

Borreliose FSME
  • Bakterieller Infekt
  • Mit Antibiotika behandelbar
  • Wird oft chronisch
  • Auch durch andere Insekten (Läuse, Bremsen, Mücken) übertragbar
  • Zeitverzögert übertragen
  • Lebt im Darm der Zecke
  • Bisher keine Impfung möglich
  • In Deutschland 20-90 Infekte /100000 Einwohner erfasst
  • Nur meldepflichtig in einzelnen Bundesländern (BY;BER;neue BL)
  • Virusinfekt
  • Nur symptomatisch behandelbar
  • Heilt meistens aus
  • Auch durch Rohmilchprodukte übertragbar
  • Bei Stich sehr schnell übertragen
  • Lebt in den Speicheldrüsen der Zecke
  • Impfstoff vorhanden
  • In Deutschland ca. 1,3 Fälle /100000 Einwohner gemeldet
  • meldepflichtig

Fazit

  • Das (offizielle) Risiko, dass bei einem Zeckenbiss tatsächlich eine Infektion erfolgt ist gering: 1:20 bis 1:1000 für FSME, ca. 1:300 für Borreliose
  • Risikogebiete kann man aus den Karten ersehen, wobei dabei nur die Landkreise markiert, nicht aber die betroffenen einzelnen Waldgebiete eingezeichnet sind
  • Nicht gebissen werden ist die wichtigste Botschaft
  • Nicht bei jedem Zeckenbiss zum Arzt laufen. Weil das Risiko, infiziert zu werden, gering ist, kann man die Zecke selbst entfernen
  • Wenn sich an der Bissstelle etwas Auffälliges zeigt, dann den Arzt befragen
  • Symptome sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben, man muss nicht als erstes an eine Borreliose/FSME denken
  • Es können auch andere Erkrankungen übertragen werden
  • Es müssen nicht Zecken sein, die Borreliose und FSME übertragen
  • Eindeutige Diagnosestellung gelingt selten, Blutuntersuchungen sind oft unklar
  • Ganzheitliche Untersuchungsmethoden sollten mit schulmedizinischen kombiniert werden
Gesundheit

Brüste ab aus Angst

image Es ist gerade durch die Medien gegangen: Angelina Jolie hat sich beide Brüste entfernen lassen, weil ein Gentest bei Ihr das Vorhandensein eines Krebsgens für Brustkrebs nachgewiesen hat und ihre Mutter und Großmutter beide an Brustkrebs bzw. Eierstockkrebs erkrankt waren. Hintergrund ist der Nachweis einer Mutation des Gens (BRCA1 = Breast Cancer 1).


Bei Wikipedia findet man eine gut verständliche Erklärung, die ich hier auszugsweise abdrucke:

"Es wird angenommen, dass etwa 5 bis 10 Prozent aller Brustkrebserkrankungen einen autosomal dominanten Erbgang aufweisen. BRCA1 ist dabei das mit Abstand wichtigste verursachende Gen. Frauen mit einer vererbten ("Keimbahn"-)Mutation in BRCA1 oder BRCA2 erkranken im Durchschnitt etwa 20 Jahre früher als Frauen ohne familiär-erbliches Risiko. Das Risiko einer Frau mit BRCA1- oder BRCA2-Mutation im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken liegt bei etwa 50 bis 80 Prozent. Falls bei einer Mutationsträgerin in einer Brust schon Brustkrebs aufgetreten ist, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sich später auch in der anderen Brust eine Krebserkrankung entwickeln wird, bei etwa 60 Prozent. Daneben stellen BRCA1-Mutationen auch einen Risikofaktor für die Entstehung von Ovarial-, Kolon-, Pankreas- und Prostatakarzinomen (Anm: Krebs von Eierstock, Dickdarm, Bauchspeicheldrüse und Vorsteherdrüse) dar. (...)

Für Frauen mit familiärer Belastung für Brust- und Eierstockkrebs übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Beratung, Gentest und Früherkennungsprogramm. Als sinnvoll wird die Durchführung des Tests angesehen, wenn eines der folgenden Kriterien zutrifft:
  • mindestens zwei Frauen in der Familie sind oder waren an Brustkrebs erkrankt, davon mindestens eine vor dem 51. Lebensjahr
  • drei Frauen mit Brustkrebs in der Familie (unabhängig vom Erkrankungsalter)
  • eine Erkrankung in der Familie mit einseitigem Brustkrebs und einem Erkrankungsalter vor dem 31. Lebensjahr
  • ein Fall von beidseitigem Brustkrebs in der Familie, wobei die erste Erkrankung im Alter von 41 Jahren oder früher aufgetreten ist...
  • ein Fall von Eierstockkrebs in der Familie, wenn die Erkrankung vor dem 41. Lebensjahr aufgetreten ist
  • ein Fall in der Familie mit Brust- und Eierstockkrebs
  • zwei oder mehr Fälle von Eierstockkrebs in der Familie."
(Ende des Zitats)

Anmerkung und Erklärung

BRCA2 steht für ein anderes Protein als BRCA1 und wirkt an anderer Stelle. Beide Gene sind sogenannte Tumor-Suppressor-Gene. Es gibt mehrere, verschiedene solcher Gene. BRCA 1 und 2 sind etwa für die Hälfte aller genetisch bedingten Brustkrebse verantwortlich. Diese (Krebs-)Gene sorgen dafür, dass - mit verschiedenen Mechanismen - die Bildung von Krebszellen bekämpft wird. Wenn diese Gene mutiert sind und das durch die Gene bestimmte Genprodukt (ein Eiweiß) nicht funktionsfähig ist, fehlt die tumorbekämpfende Funktion und Krebszellen entstehen eher und leichter. Wenn jemand also eine oder mehrere solcher Mutationen hat, bedeutet es, dass er/sie leichter Krebs bekommt, - zunächst einmal jede Form von Krebs. Für Dickdarm, Eierstock, Vorsteherdrüse und Bauchspeicheldrüse liegen Studien zu erhöhten Krebshäufigkeiten bei entsprechenden Genmutationsträgern von BRCA1 und BRCA2 vor. Für andere Krebsarten ist das nicht bekannt, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden. Nun bedeutet die Tatsache, EINEN Faktor der Krebsabwehr nicht zu haben, eben nicht zwangsläufig, dass jeder der Betroffenen Krebs bekommt. Es muss weitere Faktoren geben, damit sich überhaupt Krebs entwickeln kann.

Krebs entsteht durch die Mutation (genetische Veränderung) von Zellen, die nicht mehr den Signalen der Zellwachstumskontrolle "gehorchen" und sich, wenn es die Lebensbedingungen zulassen, vermehren. Manche tun das örtlich, andere wandern über Lymphwege oder das Blut an andere Stellen im Körper, bis sie eine Stelle gefunden haben, an der sie leben und sich vermehren können. Normalerweise gibt es verschiedene Mechanismen, die steuern, an welcher Stelle im Körper zu welchen Zeitpunkt Zellen erneuert werden müssen. Wir sprechen hier von etwa 20 000 000 Zellen pro Sekunde, die in unserem Körper absterben und ersetzt werden. Dieses gezielte Wachstum wird u.a. vom Immunsystem kontrolliert. Da bei Zellteilungen Fehler auftreten, entstehen permanent funktionseingeschränkte oder- unfähige Zellen. Diese werden eliminiert und durch funktionsfähige ersetzt. Dieser Kontrollvorgang ist weder vollständig verstanden, noch detailliert beeinflussbar. Wenn die vollständige Entfernung fehlerhafter Zellen nicht gelingt und die übrigbleibenden lebensfähig sind, können sie sich vermehren und Krebs entsteht. Selbst wenn wir, wie in der modernen Krebsmedizin, einzelne Signalwege verstehen und die Störungen identifizieren, können wir bisher nicht dauerhaft korrigierend eingreifen. Bisher gibt es zumeist gezielte medikamentöse Einwirkungen auf einzelne Eiweiße oder Rezeptoren, die in Tests am Patienten zu vorübergehenden Besserungen und einer Lebensverlängerung von Wochen oder Monaten führen, aber oft mit erheblichen Nebenwirkungen einhergehen und meist nach gewisser Zeit ihre Wirkung verlieren.

Ob der Gewinn von einigen Lebenswochen oder Monaten mit teils erheblichen Einbußen an Lebensqualität die hunderttausende von Euro Wert ist, die die Therapie kostet und ob man das Geld nicht viel besser in die Therapie und Rehabilitation von heilbar Erkrankten stecken sollte, ist eine Frage, die Medizinethiker und Juristen diskutieren und entscheiden müssen und die ich hier nicht diskutieren will. Es bleibt aber die Erkenntnis, dass in der Krebsmedizin keineswegs ein Durchbruch oder eine langfristige Heilung aller Krebsarten in Sicht ist, auch wenn es einzelne Krebsformen gibt, bei denen man lange Überlebenszeiten erreicht. Es fließt im Vergleich mit anderen Erkrankungen überdurchschnittlich viel Geld in die Therapie von Krebserkrankungen mit im Vergleich zu anderen Erkrankungen unterdurchschnittlichen Heilungsquoten. Wenn die Überlebenszeit fünf Jahre übersteigt, spricht man bei den meisten Tumorarten von Heilung.

Vorsorgen

Weil es bei Krebs keine Frühsymptome gibt (Symptome sind Krankheitszeichen, also eine erkennbare Auswirkung auf die Funktion des Organismus), versucht man, Krebs bereits in einem Stadium zu entdecken, in dem er symptomlos ist. Man nennt das Vorsorgeuntersuchung. Zu diesem Thema habe ich bereits im Newsletter 1/2012 Stellung genommen.

Bei jemandem, der eine nachgewiesene BRCA 1 oder 2 - Mutation hat, sind Vorsorgen nötig und sinnvoll. Wenn man daran glaubt, dass Vorsorgen wirklich Krebsfrühstadien erkennen und somit behandelbarer machen- und immerhin wird das behauptet und Millionen Euro damit verdient, flächendeckend Vorsorgen zu betreiben - dann sollte man gelassen bleiben. (Nachsorgen nach erfolgter Tumorbehandlung sind im Prinzip das gleiche wie Vorsorgen, jeweils wird mit Laboruntersuchungen, bildgebenden Verfahren und körperlichen Untersuchungen versucht, Tumorzellen nachzuweisen.) Wer bei bekanntem Risiko regelmäßig und ausreichend oft zu einer Vorsorgeuntersuchung geht, dürfte sich darauf verlassen, dass ein entstehender Krebs ausreichend früh entdeckt und dann behandelt wird. Bei Brustkrebs kann ein Frühstadium in den meisten Fällen sogar Brust-erhaltend behandelt werden. Warum also eine vorbeugende Brustentfernung? Man zieht sich ja auch nicht die Haut ab, weil man Angst vor Hautkrebs hat oder reißt sich die Leber raus, aus Angst vor Leberkrebs.

Entweder traut man den Vorsorgen doch nicht - dann muss man diese Angebote in Zweifel ziehen und sie nicht mehr flächendeckend finanzieren- oder die Brustentfernung dürfte auch noch einen anderen Aspekt haben. Die weibliche Brust ist zweifach verankert in unserem Empfinden. Einmal als die nährende Brust, von der die Gesundheit und das Leben des Säuglings abhängt und andererseits als sekundäres Geschlechtsmerkmal mit sexuell stimulierendem Effekt. Nach mehreren Geburten verändert sich die weibliche Brust in den meisten Fällen so, dass sie von der Besitzerin und/oder ihrem Sexualpartner als unschön und weniger stimulierend eingestuft wird. Schon aus diesem Grund lässt sich eine zunehmende Zahl von Frauen für teures Geld ohne medizinische Gründe künstliche Brüste machen. Die Medien sind voll von Berichten und Dokumentationsserien von Frauen, die ihren Körper auf operativem Wege einem bestimmten Ideal anpassen wollen, weil sie meinen, mit dem, was die Natur vorgegeben hat, nicht leben zu wollen.

Mich persönlich stört diese Sichtweise, mich stört auch der Schwerpunkt auf die Äußerlichkeit, und mich stört vor allem, dass das Aussehen zu einem Ideal erhoben wird, und andere Werte in den Hintergrund geraten. Ohne dass wirklich auf die Biologie und die Risiken hingewiesen wird, die relativ häufigen Komplikationen genannt werden und auch die Misserfolge gezeigt werden, wird suggeriert, dass man den Körper nach seinen Wünschen formen kann. In diesem Kontext werden nach erfolgter Familienplanung den Sexualorganen wie Eierstock, Gebärmutter und weiblicher Brust der weitere Sinn abgesprochen und sie als überflüssige krebsgefährdete Organe eingestuft. Diese darf man folglich entfernen, weil man damit ja die Krebsgefahr reduziert. Für die Sexualfunktion bleiben der (gern in Kauf genommene) Verlust der Monatsblutung und eine nach Wünschen der Trägerin gestaltete Brust.

Es gibt tatsächlich nicht wenige Kollegen, die die Meinung vertreten, dass die Entfernung der o.g. Organe in den meisten Fällen eine sinnvolle Entscheidung ist - auch ohne reale Krebsgefahr oder ein erhöhtes Risiko-, die sogar die Lebensqualität erhöht. Wenn man ein stark erhöhtes Krebsrisiko hat, und die Entscheidung zur vorbeugenden Brust-Entfernung aus welchen Gründen auch immer gefällt wurde, wird die Kunstbrust (das Silikonkissen) nicht unter die vorhandene Brustdrüse geschoben, sondern man entfernt das vermeintlich tumorgefährdete Brustgewebe und implantiert dann die Kissen. Dabei wird die Krebsgefahr zumeist als Begründung benutzt, sich eine den individuellen Ansichten entsprechende, ideale Brust machen zu lassen.

Doch ist das überhaupt nötig?

Brustkrebs erleiden in Deutschland im Laufe des Lebens etwa 12,5% aller Frauen, also etwa jede 8. Frau. Die 5-Jahresüberlebensrate liegt bei 86%. Nur 5-10% aller Brustkrebsfälle gehen auf Krebsgene zurück, die anderen Frauen und wenige Männer haben einen so genannten zufälligen Brustkrebs. Der überwiegende Teil wird brusterhaltend operiert. Dies ist möglich, wenn der Tumorknoten kleiner als 2 cm ist, keine entzündlichen Anteile aufweist, keine Verbindung zur Brustwarze hat, keine Ausläufer in die Milchgänge hat und von den Drüsengängen ausgeht. Der Erhalt der Brust und damit der Erhalt des Brustgewebes erhält auch die Möglichkeit, dass ein weiterer Krebs im Drüsengewebe zu einem späteren Zeitpunkt entstehen kann.

Dennoch versucht man, vor allem auch aus psychologischen Gründen, die Brüste zu erhalten. Bei Überlebensraten von 86%, von denen viele Brust-erhaltend operiert sind, muss die Brustentfernung aus Vorbeugungsgründen in Frage gestellt werden. Aber immerhin geben auch Experten zu, dass ein solch drastischer Schritt eher eine individuelle (angstgetriebene) Entscheidung als eine generelle Empfehlung ist. Wenn 50%-80% der Genträgerinnen einen Krebs entwickeln, sind es andersherum ebenfalls 20%-50%, die keinen bekommen. Wenn man Ihnen bei einer Lotterie sagen würde, dass jedes zweite bis fünfte Los ein Gewinn ist, würden viele ihre Gewinnchancen als gut einschätzen und Lose kaufen. Da auch das Risiko erhöht ist, Eierstock oder Darmkrebs zu bekommen, ist eine Brustentfernung keine endgültige Lösung, sondern nur die Reduzierung des Problems. Die hormonproduzierenden Eierstöcke zu entfernen, soll das Brustkrebsrisiko um etwa 50% senken. Die Gabe von Anti-Östrogenen (z.B. Tamoxifen® u.a.) soll die Häufigkeit des Wiederauftretens von Brustkrebs senken. Das tut sie auch. Leider zeigt eine neue eben publizierte Studie, das die Gabe dieser teuren Mittel keinen Einfluss auf die Brustkrebssterblichkeit hat. Dennoch geht die Empfehlung, wie nicht anders zu erwarten, weiterhin zur Anwendung. (Dt. Ärzteblatt Jg 110/Heft 22/31.Mai.2013/S.1100, zitiert nach The Lancet, 2013)

Den Darm will bisher zum Glück niemand vorsorglich entfernen.

Krebs - agieren oder reagieren?

Wenn man eigentlich nur reagieren kann, also den entstanden Krebs behandeln und kontrollieren kann, ob das Gewebe neue Krebszellen produziert, wäre doch die Frage wichtiger, ob man etwas tun kann, damit es nicht zu Brustkrebs oder anderen Krebserkrankungen kommt. Immerhin haben ja nicht wenige Menschen eine Mutation in den Tumor-Suppressor -Genen und erkranken NICHT an Krebs.

Wenn man sich informieren will, kommt man an der Website www.brustkrebs-info.de nicht vorbei. Hier findet man Risikofaktoren aufgelistet und erklärt und findet viel Wissenswertes. Bei der Entstehung des zufälligen Brustkrebses, 90-95% aller Brustkrebserkrankungen, so sagt diese Homepage, spielt der Lebensstil eine wichtige Rolle. 5% bis maximal 10% aller Brustkrebse gelten als genetisch bedingt, aber alle sind beeinflussbar.

Die Brustkrebshäufigkeit beeinflussende Faktoren:

  • Überernährung: Dicke Kinder und Jugendliche bekommen häufiger Brustkrebs
  • Bewegungsfaule bekommen häufiger Brustkrebs
  • Übermäßige Alkoholtrinker(innen) bekommen häufiger Brustkrebs
  • Je mehr Zyklen eine Frau hatte (frühe erste Menstruation, später Eintritt in die Wechseljahre), desto höher ist das Brustkrebsrisiko (je mehr Körperfett, desto eher tritt die Periode ein, deswegen ist dick sein ein Risikofaktor)
  • Röntgenbestrahlung der Brust vor dem 40. Lebensjahr ist ein Risiko erhöhender Faktor
  • Wer viel Gemüse isst, bekommt seltener Brustkrebs
  • Rauchen nach der Pubertät scheint keinen Einfluss auf das Krebsrisiko zu haben
  • Östrogenartig wirkende Fremdstoffe wie Pesitizide etc. spielen angeblich keine Rolle, obwohl sie teils östrogene und teils anti-östrogene Wirkungen haben
  • Längere Einnahme der Pille kann einen risikosteigernden Effekt haben
  • Eindeutig risikosteigernd ist die Einnahme von Hormonersatztherapie in und nach den Wechseljahren (!!!)
(Quelle: www.brustkrebs-info.de - modifiziert und zusammengefasst von mir)

Was fehlt ist eine Stellungnahme zum Tragen von brusteinengenden Kleidungsstücken. Ich habe bereits in meinem Newsletter 5/2010 auf eine wirklich gut gemachte Studie hingewiesen, die eindeutig belegt, dass das Tragen von BH´s, die die Brust so einschnüren, dass der Lymphabfluss behindert wird, zu einem 136-fachen Brustkrebsrisiko im Vergleich mit Frauen führt, die keinen BH tragen. Einschnüren bedeutet, sichtbare Druckstellen am Körper zu haben. Die Entgiftung der Brustdrüse, der Abtransport von Toxinen und Stoffwechselschlacken ist abhängig von einem funktionierenden Lymphabfluss. Die dauerhafte Unterbrechung des Lympftransports und damit die Blockade der Entgiftung, führt zur Anreicherung von Giftstoffen in der Brust und zu Krebs (Siehe Newsletter 5/10).

Und warum es so überdurchschnittlich häufig die Brust ist, dass man das Gen Brustkrebs-Gen genannt hat und nur in der Fachsprache von "Tumorunterdrückergen" spricht, liegt wohl in der Lebensweise. Es ist doch interessant, dass die weiblichen Vorfahren von Angelina Jolie BRUST-Krebs bekommen haben. Es sind eben mehrere Faktoren nötig, um einen Krebs entstehen zu lassen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die tägliche und oft auch nächtliche Einengung der weiblichen Brust DER auslösende Faktor ist, der zusammen mit anderen krebsbegünstigenden Einflüssen dazu führt, dass der Krebs eben besonders häufig in der Brust entsteht. Die Brustkrebshäufigkeit in Ländern der Dritten Welt liegt deutlich unter der, die wir bei Frauen finden, die unsere Bekleidungsgewohnheiten übernehmen. Brustkrebsentstehung hat viel mit einer zumindest kritisch zu hinterfragenden Sozialisation zu tun. Ich stoße immer wieder auf Unverständnis, wenn ich Frauen sage, dass sie keinen BH tragen sollen, zumindest nicht regelmäßig. Unsere Gesellschaft "verlangt" das einfach, so der Tenor vieler Damen. Hand auf´s Herz: Ist die Auslösung von Brustkrebs (immerhin bei etwa jeder 8. Frau) etwas, das aufgrund gesellschaftlicher Normen einfach verlangt werden kann? Wo bleibt die mutige Selbstbestimmung? Die Zahlen legen nahe, dass eben diese unausgesprochene gesellschaftliche Norm der Hauptfaktor ist, der neben Essen, Trinken, Rauchen und Hormoneinnahme etc. zur Brustkrebsentstehung führt. Und Normen kann man ändern.

Agieren!

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass der wichtigste Faktor von Krankheitsentstehung allgemein unzweifelhaft die Lebensweise ist. Und für die sind wir weitgehend selbst verantwortlich. Das bedeutet, dass wir aktiv entscheiden können, wie wir leben und welche Risiken wir eingehen. Wir haben die Möglichkeit der Einflussnahme. Von daher ist Gesundheit und damit auch die Entstehung von Krebs ein Stück selbstgemachtes Schicksal. Krebs ist überwiegend eine Zivilisationskrankheit. Unsere moderne Lebensweise, die auch zu erhöhten Zahlen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Autoimmun-Erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen führt, ist eindeutig auch verantwortlich für steigende Krebsraten. In noch traditionell lebenden Bevölkerungsteilen der Entwicklungsländer sind Gicht, Diabetes, metabolisches Syndrom und Krebs nahezu unbekannt. Auf meinen Reisen, insbesondere nach Afrika, Südamerika und in den pazifischen Raum konnte ich sehen, dass zunehmender Kohlenhydratkonsum und abnehmende Bewegung dort schon jetzt zu einem rasanten Anstieg an fettleibigen Menschen führt. Während die eigentlichen Bedrohungen in der Dritten Welt Malaria, Tuberkulose, HIV und andere chronische Infekte waren, steigt nun der Anteil an bisher unheilbaren chronischen alimentär(ernährungs-) bedingten Erkrankungen, und das bei vollständig fehlendem öffentlichem Gesundheitssystem.

Der bisherige Therapieansatz ist die dauerhafte Gabe von Medikamenten anstatt eine Änderung der Lebensweise. Insulin, Blutdrucktabletten und Gichtmittel sind eben keine Heilmittel, sondern symptommindernde Mittel, die die eigentliche Ursache von Krankheiten nicht berühren. Warum auch? Mit einer Dauertherapie lässt sich doch wesentlich mehr Geld verdienen als mit Heilung.

So gesehen hat die Entscheidung von Angelina Jolie etwas Eindeutiges. Brustkrebs kann sie nun nicht mehr bekommen und die Folgekosten sind sicher geringer und die Lebensqualität besser als bei einer Krebsbehandlung. Ihren eigenen ästhetischen Ansprüchen wird sie nun auch eher genügen. Ziemlich sicher hat ihr auch jemand gesagt, dass sie mit ihrer Mutation auch gefährdet ist, eine der anderen Krebsarten, z.B. Darmkrebs oder Eierstockkrebs zu bekommen. Vielleicht hören wir ja demnächst, dass auch die Eierstöcke entfernt wurden.
Aus der Praxis

Organisatorisches - in eigener Sache

image Sie werden es selbst bemerkt haben, es wird immer voller in der Praxis und die Terminverfügbarkeit nimmt ab. Das mag einigen Medienberichten und meinen Auftritten in der Sendung "Mein Nachmittag" im NDR geschuldet sein. Derzeit vergeben wir Termine etwa 6-8 Wochen im Voraus. Wir haben uns lange Gedanken gemacht, ob wir unsererseits etwas optimieren können. Manche Praxen haben einen Aufnahmestopp und behandeln keine Neupatienten.

Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, den Zugang zu uns einzuschränken. Das führt zwangsläufig zu Wartezeiten auf Termine. Angesichts der limitierten Nutzfläche können wir keine zusätzlichen Kräfte einstellen. Schneller arbeiten macht keinen Sinn, weil es in der Ganzheitsmedizin darauf ankommt, sich mit den Ursachen und nicht nur den Symptomen zu beschäftigen, und das wäre in verkürzter Zeit kaum mehr möglich. Deswegen bleiben zur Zeit die Rhythmen bei 20 Minuten für einen bekannten Patienten und 40 Minuten im Erstkontakt. Da Patienten, die einige Jahre nicht da waren, dennoch als "bekannt" eingestuft werden, kann es sein, dass sich so viel angesammelt hat, dass 20 Minuten nicht reichen. Deswegen bitten wir Sie bei der Terminvereinbarung mitzuteilen, um was es geht. Dadurch sind wir in der Lage den ungefähren Zeitbedarf abzuschätzen und ggf. mehr Zeit einzuplanen.

Kurzfristig ein Termin?

Ich möchte darauf hinweisen, dass wir keine Notfallpraxis sind und keine hausärztliche Versorgung betreiben, sondern auf chronische Probleme aller Art sowie Probleme des Haut- und Bewegungsapparates spezialisiert sind. Wir wollen bevorzugt chronisch kranken Menschen helfen, die nach mehreren verschiedenen Arztkontakten oder Krankenhausaufenthalten immer noch keine Diagnose oder Therapie bekommen haben und offen sind, sich ganzheitlich alternativ untersuchen und behandeln zu lassen. Deswegen ist es für alle sinnvoll, sich einen Hausarzt zu suchen, der die "einfachen und alltäglichen" Probleme behandelt und nur für spezielle Fragestellungen zu mir zu kommen. Kurzfristige Termine gibt es nicht, da der verfügbare Zeitrahmen bereits auf Wochen im Voraus ausgeschöpft ist.

Einzig bei akuten Sportverletzungen wollen wir eine Ausnahme machen und diese Patienten zeitnah ansehen (Akut heißt nicht: vor 1 Woche passiert.) Dazu machen wir zusätzliche Termine und verzichten auf unsere Pause. Darüberhinaus können wir keine Notfalltermine anbieten, - auch meine Kraft ist limitiert. Ich bitte um Ihr Verständnis. Wir denken derzeit ganz aktiv über eine Verlagerung der Praxis mit Vergrößerung nach, sind aber bisher nicht zu einer umsetzbaren Entscheidung gekommen.

Welche Chancen habe ich, schneller dranzukommen?

Wir haben eine Warteliste, die wir abtelefonieren, wenn jemand absagt, um den Termin neu zu vergeben. Sie sollten bei der Terminanfrage Ihr Anliegen am Telefon schildern, dann setzten wir Sie nötigenfalls auf die Warteliste. Es ist besonders wichtig, dass Sie uns eine Telefonnummer hinterlassen, unter der wir Sie auch erreichen. Es kann vorkommen, dass wir Sie anrufen und Ihnen einen Termin innerhalb der nächsten Stunde anbieten, Flexibilität ist also gefragt.

Falls Sie über meine Handynummer verfügen: Das Handy ist tagsüber lautlos und hat keine Mailbox. Bitte kontaktieren Sie mich über die Praxisnummer, Frau Gäßlein ist die Verantwortliche für die Praxisorganisation.

Recall

Wir rufen grundsätzlich alle Patienten, die einen regulären Termin haben, einen Werktag (freitags für den folgenden Montag) an und erinnern an den Termin. Wenn Sie also unsere Telefonnummer auf Ihrem Mobil- oder Festnetztelefon finden und sich wundern, kann es sein, dass es nur die Erinnerung an den vereinbarten Termin am kommenden Werktag ist.

Ein Termin nur für Sie persönlich

Wir sind eine Bestellpraxis. Das bedeutet, dass Ihr Termin für Sie reserviert ist und kein anderer Patient in der Zeit behandelt werden kann. Absagen sollten Sie in jedem Fall, am besten bis 24 Std vorher per Telefon, Email (praxisdrtank@web.de) oder per Fax: 040-2505080. Wenn Sie sich verspäten, wäre es hilfreich, wenn Sie kurz durchrufen (040-2500286). Wenn Sie nicht erscheinen und uns nicht vorher informieren (obwohl wir Sie kontaktiert und an den Termin erinnert - oder das zumindest versucht haben), ist das nicht nur für uns ein finanzieller Verlust, sondern es ist auch denen gegenüber unfair, die auf einen Termin warten. Deswegen haben wir beschlossen, dass wir Patienten, die einen Termin vereinbaren und unentschuldigt nicht wahrnehmen, aus der Kartei löschen. Wir schicken Ihnen dann Ihre bisher vorliegenden Unterlagen zu und bitten Sie, sich eine andere Praxis zu suchen. Angehörige als Patienten einfach in Ihren Termin mitzubringen, finden wir schwierig, weil es in den meisten Fällen unsere Planungen durchkreuzt. Im Normalfall lehnen wir die Behandlung nicht regulär angemeldeter Angehöriger aus Zeitgründen ab. Angehörige als Beobachter (bitte nicht mehr als zwei) sind willkommen.

Verkehrschaos - in Hamburg normal

Angesichts der katastrophalen Verkehrs-/Baustellenplanung in Hamburg kommt es sehr regelmäßig zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Es ist aber für unsere Ablauforganisation und letztlich auch Ihre Wartezeit wichtig, dass Sie zum vereinbarten Termin pünktlich erscheinen. Deswegen bitten wir Sie, mögliche Verzögerungen einzuplanen. Wenn, wie in letzter Zeit regelmäßig, alle Straßen und Alternativrouten verstopft sind, empfiehlt es sich, die U-Bahn zu nutzen. Linie U3 (gelbe Linie) bis Haltestellen Sierichstrasse oder Borgweg, dann jeweils ca. 800 m zu Fuß. Den Fußweg finden Sie im Internet oder auf unseren Praxisflyern. Wenn Sie dennoch mit dem Auto kommen, stehen Ihnen im Parkhaus des Toom-Marktes ausreichend kostenlose Parkplätze zur Verfügung, bei Max Bahr sind die Parkplätze ebenfalls kostenlos, aber seltener frei.

Termine

Termine bei uns finden im 20-Minuten-Rhythmus statt. Es gibt demnach nur Termine um
  • 20 Minuten nach
  • 20 Minuten vor
  • zur vollen Stunde
Bitte planen Sie ein, dass wir Ihre Daten aufnehmen oder Sie noch Papierkrieg erledigen müssen, wenn Sie zum ersten Mal in einem Kalenderjahr zu uns kommen. Kommen Sie also bitte 10 Minuten VOR dem vereinbarten Termin. Bei Erstkontakten schicken wir Ihnen in der Regel einen Fragebogen und Informationsmaterial zu. In der ganzheitlichen Medizin sind Dinge wichtig, die Sie möglicherweise als nicht mit dem Problem in Zusammenhang stehend einschätzen, die wir aber wissen wollen. Bitte füllen Sie deshalb den Fragebogen zu Hause in Ruhe aus und schicken/faxen/mailen ihn vorab zu uns. Spätestens zum Termin sollten Sie ihn vollständig ausgefüllt mitbringen. Sie erleichtern uns damit die Arbeit sehr.

Kleine Kinder beim Termin

Liebe Mamis und Papis, wenn das Klein-Kind nicht Gegenstand der Untersuchung ist, stört es. Es stört Sie, weil Sie nicht sich und Ihrer Untersuchung die maximale Aufmerksamkeit schenken, sondern immer auch ein Auge auf das Kind haben. Es stört uns, weil wir Angst haben müssen, dass es unsere Schränke ausräumt oder die Nosoden runterwirft und einfach Chaos verbreitet. Wir wollen uns aber bestmöglich auf Sie konzentrieren und mit Ihnen zusammen an der Lösung Ihres Problems arbeiten. Deswegen haben wir die Bitte an Sie, entweder eine Aufsichtsperson mitzubringen, die das Kind betreut, während Sie behandelt werden oder das Kind bei Oma, Opa, Partner, Freundin oder Kita zu lassen. Das Abgeben im Ikea-Småland, um dann zum Arzt zu fahren, wie es auch schon vorgekommen sein soll, finden wir allerdings auch keine Lösung.
Praxis für ganzheitliche Medizin
Dr. med. Michael Tank
Krohnskamp 17, 22301 Hamburg
www.tank-deutschland.de | praxisdrtank@web.de
Tel 040-250 02 86 | Fax 040-250 50 80
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